Wörterbuchangabe lid, lidiscartî, liduwagi, scartlidî (AEW)
Wörterbuch | Vries, Jan de (1961): Altnordisches etymologisches Wörterbuch. Leiden: E. J. Brill. |
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Fundstelle | S. 354f |
Inhalt | liðr 1 m. 'glied, gelenk', nisl. fär. liður, nnorw. lid, li, le, nschw. dä. led. - > orkn. shetl. schott. lith; > lpN. lāðas 'gelenk', latto 'glied' (Thomsen 2, 189). - got. liþus, ae. lið, as. lith, afr. lith, lid, ahd. lid. - lat. lituus 'krummstab der auguren', zur idg. wzl. *lei 'biegen', vgl. limr und viell. ǫln; weiter liða, liðugr, lina, linna, lítill und ljótr. Eine ganz andere auffassung der gruppe liðr, lími und limr verteidigt J. Trier, Lehm 1957, 12, der an die sippe von lím anknüpft und an die technik des fachwerkbaues denkt; urpsr. den lehmbewurf bedeutend, wäre dann das wort auf das rutengeflecht übertragen worden. Die bed. 'glied' geht auf die äste der holzgabel zurück. Dann also auf eine idg. wzl *lei 'kleben, schmieren' zurückzuführen, wenn nicht umgekehrt das biegsame holzgeflecht der ausgangspunkt war, vgl. limr. |
Letzte Änderung | am 30.11.2017 durch V.S. |
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