LegIT

Der volkssprachige Wortschatz der Leges barbarorum

Wörterbuchangabe brunna (RGA)

Wörterbuch Beck, Heinrich/Brather, Sebastian/Geuenich, Dieter/Heizmann, Wilhelm/Patzold, Steffen/Steuer, Heiko: Germanische Altertumskunde Online. Kulturgeschichte bis ins Frühmittelalter - Archäologie, Geschichte, Philologie. (2010). Berlin, Boston: De Gruyter.
Fundstelle Bd. 25
Inhalt

Rüstung: [...] Das germ. Wort Brünne, germ. *brunjon, got. brunja, anord. brynja, ags. byrne, ahd. brunna, auch slaw. brunja, wird von air. bruinne ,Brust` hergeleitet und damit die Beziehung zum Kelt. betont. Die Bezeichnungen für die R. im Röm. sind teils ant., teils modern: Die lorica segmentata, der Schienenpanzer, erscheint unter Claudius (41-54 n. Chr.) und wurde von einfachen Legionären getragen; die lorica squamata, der Schuppenpanzer, ist vom 1.-4. Jh. belegt und wurde von Prätorianern getragen - beide Panzertypen sind auf der Trajans- und der Markussäule abgebildet; die lorica hamata ist das Kettenhemd und die lorica reticulata ein Netzpanzer, beide Panzer waren weniger verbreitet, wurden aber auch während der Spätant. verwendet. Sie wurden in fabricae hergestellt. Ganzmetallpanzer, den Körperformen angepaßt, waren Prunk- und Parade-R.en, die eigtl. nicht im Kampf getragen wurden. Der von den Kelten übernommene Kettenpanzer (45, 176), die lorica hamata, wurde aus geschlossenen Ringen (circuli) und zusammengebogenen bzw. vernieteten Ringen (hami) hergestellt. Die frühma. R.en, Brünnen, in Skand. bestanden ebenfalls zumeist aus zusammengeschmiedeten Ringen; eine R. aus genieteten Panzerringen wird einmal erwähnt als negldar brynja (Vǫlundarkviða 6). Die Ringbrünne, hringabrynja, war bis ins 11. Jh. die einzig gebräuchliche R., in der anord. Lit. wird außerdem die spangabrynja erwähnt (erst um 1160/70) (25, 179), was vielleicht einen Lamellen- oder Bandschienenpanzer meint. [...]

Letzte Änderung am 11.01.2018 durch V.S.
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