LegIT

Der volkssprachige Wortschatz der Leges barbarorum

Wörterbuchangabe gezunfti (DWB)

Wörterbuch Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bde. in 32 Teilbänden. Leipzig 1854-1961. Quellenverzeichnis Leipzig 1971.
Fundstelle Bd. 7, Sp. 7223-7228
Inhalt

gezunft, gezunfte, f. später auch neutrum, verbalabstractum zu gezemen (s. geziemen sp. 7063 ff.), reicht in dieser form bis in das 16. jahrh., wird aber schon in frühneuhochdeutscher zeit durch präfixlose formen stark zurückgedrängt, die sich wesentlich an die verengte bedeutung der innung (zunft) heften. mit ihr reicht die sippe bis in die neuere zeit, wo die schriftsprache sie mit der engen bedeutung in geschichtlichen betrachtungen wiederholt, während mundarten wie die bayrische weiter ausgreifen: eine zünftige gesellschaft = ein kreis, der zusammen stimt; da war's zünftig. [...] β) der bedeutung nach ist schon aus diesen ableitungen, wie aus ihren lat. und deutschen entsprechungen (gehellen, eins werden) der grundbegriff der übereinstimmung gegeben, wie er auch oben für geziemen festgestellt wurde, und zwar in beiden formen, der von haus aus gegebenen, wie der erst angestrebten und erzielten übereinstimmung. am deutlichsten wird dieser innere zusammenhang mit geziemen in einer bibelstelle, wo der älteste übersetzer gezumftig, die späteren aber eine unmittelbare ableitung vom verbalstamm einführen: inti gizunftigu iro giwiʒscefi ni warun, convenientia testimonia illorum non erant Tatian 189, 2 (Marcus 14, 56 di gezeug waren nit zimler cod. Tepl. zimlich Augsburger bibel). [...]

Letzte Änderung am 25.01.2018 durch V.S.
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