LegIT

Der volkssprachige Wortschatz der Leges barbarorum

Wörterbuchangabe filtrum (RGA)

Wörterbuch Beck, Heinrich/Brather, Sebastian/Geuenich, Dieter/Heizmann, Wilhelm/Patzold, Steffen/Steuer, Heiko: Germanische Altertumskunde Online. Kulturgeschichte bis ins Frühmittelalter - Archäologie, Geschichte, Philologie. (2010). Berlin, Boston: De Gruyter.
Fundstelle Bd. 9
Inhalt

Filz: Das Wort ist in den ält. Sprachstufen als ahd. mhd. filz, vilz, as. filt, ae. felt belegt (6, 197). Ahd. filz tritt in der Benediktinerregel (11, 52 ,grobes Tuch) und in den Glossen auf. Dabei machen die Belege in den Salomonischen Glossen, im Summarium Heinrici und in den Bibelglossenhss. der sog. Familie M, also allesamt späte Überlieferung, die Hauptmasse der Belegstellen aus. Jedoch finden sich Zeugnisse des Wortes auch schon in dem wohl aus einer interlinearen Glossierung erwachsenen Bibelglossar Rb, das im 8. Jh. entstanden sein dürfte (7, 218). Ahd. filz tritt vor allem als Interpretament zu den Lemmata sagum und filtrum auf, daneben einige Male zu cento. Mlat. filtrumist selbst Lehnwort aus dem Germ. Als volkssprachige Grundlage setzt Wartburg (15, III, 526; vgl. 8, 427; 4, III, 428 f.) westgerm. *filtir- an, Kluge (6, 197) *felti-. In den meisten Fällen bedeutet filz ,grobes Wolltuch, grobe wollene Decke, Filzdecke, auch als Pferdedecke und Bettdecke verwendet. Alsdann wird ein Teppich aus Ziegenhaar bezeichnet, der auch als Zeltdach eingesetzt wird, schließlich als Mantel, Umhang aus grobem Wollstoff (2, III, 848 f.) [...].

Letzte Änderung am 12.01.2018 durch V.S.
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Lemmata