LegIT

Der volkssprachige Wortschatz der Leges barbarorum

Lex Salica und merowingische Kapitularien

Die Lex Salica hebt sich von allen übrigen Volksrechten insofern ab, als der Einfluss römischen Rechts darin vergleichsweise gering ist. Das Gesetz wurde vermutlich im ersten Jahrzehnt des 6. Jahrhunderts von dem merowingischen König Chlodwig erlassen. In über 90 Handschriften sind sieben Textklassen überliefert, deren Verwandtschaftsverhältnisse und Genese mitunter stark umstritten sind, und die in ihrer Anzahl an Titeln schwanken (65 bzw. 100 Titel). Verschiedene Fassungen dieses Rechts führen neben dem Gesetzestext Zusätze, die gemeinhin als  Merowingische Kapitularien bezeichnet werden. Dort werden die capitula mit einem formelhaften convenit eingeleitet, und so kann auf königliche Verordnungen geschlossen werden. In der älteren Forschung wird zwischen Pactus Legis Salicae und Lex Salica unterschieden, doch ist diese rein aufs Alter bezogene Differenzierung inzwischen überholt.

 

Edition: Pactus Legis Salicae und Lex Salica in den dMGH

 

Quellen:
Brunner I. S. 292ff.; HRG. III. Sp. 924ff.; RGA. 18 (2001). Sp. 326a ff.