LegIT

Der volkssprachige Wortschatz der Leges barbarorum

Lex Frisionum

Bei der Lex Frisionum handelt es sich entweder um eine Satzung oder eine Privatarbeit aus dem späten 8. Jahrhundert oder frühen 9. Jahrhundert. Wie bei der Lex Francorum Chamavorum liegt auch hier für die Entstehung ein Zusammenhang mit dem Aachener Reichstag (802/3) nahe. Als Vorlage diente hauptsächlich die Lex Alamannorum, wodurch die christliche Prägung erklärbar ist, doch es sind verschiedene Schichten der Entstehung erkennbar. Zu den älteren volksrechtlichen Bestimmungen kommen jüngere fränkische Weistümer hinzu. Inhaltlich dominiert das Strafrecht. Privatrechtliches scheint nahezu ausgeklammert. Der Bußenkatalog differenziert deutlicher als andernorts in soziale Stände, nach denen die Strafmaße für Verbrechen gestaffelt werden, ohne jedoch dabei in Geschlechter zu trennen. Tradiert ist das Gesetz lediglich durch eine fragmentarische Redaktion eines Drucks (Originum ac Germanicarum antiquitatum libri, 1557) des Humanisten Johannes Basilius Herold.

 

Edition: Lex Frisionum in den dMGH 

 

Quellen:
Brunner I. S. 340ff.; HRG. III. Sp. 886ff.; RGA. 18 (2001). Sp. 318b ff.