LegIT

Der volkssprachige Wortschatz der Leges barbarorum

Lex Burgundionum und Lex Romana Burgundionum

Die Lex Burgundionum greift auf älteres burgundisches Volksrecht zurück, wohingegen die Lex Romana Burgundionum überwiegend Konstitutionen römischer Kaiser in sich versammelt. Beide Gesetzestexte weisen Gemeinsamkeiten mit den Rechten der West- und Ostgoten auf. Die Lex Burgundionum geht ihrer Eingangsformulierung nach auf ein Gesetzesbuch Königs Gundobad zurück und wurde vermutlich  517 von Redaktoren dieser früheren Fassung erlassen („sicut a parentibus nostris statum est“). Gregor von Tours zufolge seien diese neuen „milderen Gesetze“ in Burgund eingesetzt worden, um die romanische Bevölkerung nicht mit zu strengem Regime zu dominieren. Dabei erhebt das Gesetz für Burgunder wie Römer gleichermaßen Gültigkeitsanspruch („Burgundiones quoque et Romani“). Die Lex Romana Burgundionum sei vermutlich im Auftrag Sigismunds 517 entstanden und bis 534 zur Eroberung des Burgunderreichs durch fränkische Herrschaft gültig gewesen. Tradiert sind insgesamt 14 Handschriften.

 

Edition: Lex Burgundionum in den dMGH 

 

Quellen:
Brunner I. S. 332ff. u. 354ff.; HRG. III. Sp. 878ff.; HRG. III. Sp. 908ff.; RGA. 18 (2001). Sp. 315a ff. u. 322a ff.