LegIT

Der volkssprachige Wortschatz der Leges barbarorum

Lex Baiuvariorum

Die Bayernrechte sind in ca. 30 Textzeugen vollständig oder fragmentarisch überliefert, die in drei Überlieferungsstränge gegliedert werden: Zwei Überlieferungsstränge gelten als primär (Antiqua-Handschriften), eine dritte Version zeichnet sich durch geglättetes Latein als Emendata aus. Unübersehbar eng sind die beiden oberdeutschen Rechte inhaltlich und formal miteinander verbunden: Wie die Lex Alamannorum sind auch die Gesetze der Bayern in drei Teile gegliedert, in Kirchensachen, Herzogsrecht und Volkssachen. In den Formulierungen stimmen die beiden Gesetzestexte teilweise wörtlich überein. Ungeklärt bleibt die Frage, welches der beiden Schwestergesetze dem jeweils anderen vorausgegangen ist. Für die Bayernrechte wird 756 als Terminus ante quem postuliert (ein Verweis in einem Bericht der Synode von Aschheim erwähnt einen „precessorum vestrorum depicta pactus“). Darüber hinaus lassen sich Übernahmen aus dem Codex Euricianus aus der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts nachweisen und so ist auch Verwandtschaft zum frühen Westgotenrecht naheliegend.

 

Edition: Lex Baiuvariorum in den dMGH 

 

Quellen:
Brunner I. S. 313ff.; HRG. III. Sp. 869ff.; RGA. 18 (2001). Sp. 305 a ff.