LegIT

Der volkssprachige Wortschatz der Leges barbarorum

Leges Visigothorum und Lex Romana Visigothorum

Als Leges Visigothorum werden unterschiedliche Rezensionen nichtrömischer Rechtsaufzeichnungen zusammengefasst, deren ältester Vertreter der Codex Euricianus König Eurichs ist. Primär war das Gesetzeswerk für die gotische Bevölkerung bestimmt, darüber hinaus regelte es aber ebenso das Zusammenleben mit den Romanen. Literarisch bezeugt ist außerdem ein Gesetz des Königs Leovigild, auf das aus einem Gesetzbuch des Reccesvinth geschlossen werden kann. Die Kodifikation dieses Rechts ist auch handschriftlich tradiert und wird auf 654 datiert. Die Gültigkeit aller vorhergegangenen Satzungen wird darin aufgehoben und alleiniger Wirkungsanspruch für das gesamte Westgotenreich postuliert.

Die Lex Romana Visigothorum (Breviarium Alarici regis) wurde um 506 von Alarich II. erlassen und dient dem romanischen Bevölkerungsanteil des Westgotenreichs.

 

Edition: Leges Visigothorum in den dMGH 

 

Quellen:

Brunner I. S. 358ff.; HRG. III. Sp. 697ff.; RGA. 18 (2001). Sp. 215b f. u. 323a ff.